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Der Cha-Cha-Cha

Takt: 4/4 - Tempo 30-34 TpM - Tunier 32 TpM

Geschichte:

Die Geschichte des Cha-ha-Chas ist eng mit der seiner Heimat verbunden, mit der Geschichte Kubas. Um ca. 1950 herum, in Havanna und Umgebung entwickelten sich im äußerst musikalischen Umfeld der Hauptstadt interessante Entwicklungen. Eine davon war der Son. Der Son ist eine kubanische Landmusik aus verschiedenen lateinamerikanischen Instrumenten und Trompeten. Dieser wurde vom bekannten Musiker Tito Puente mit Jazz und Swingelementen verbunden. Heraus kam der Mambo, der sowie als Tanz auch als Musik ein mehrfaches Fieber verursachte. Vielen Tänzern war aber der Mambo zu schnell und man suchte auch musikalisch nach einer Erweiterung, denn der Mambo war in vielerlei Hinsicht unvollkommen (genau darin liegt sein Charme). Aus dem Mambo heraus entstand die Musik des Cha-Cha-Chas, welche rhythmischer und etwas langsamer daherkam. Diese Musik verbreitete sich zunächst in der Heimat Kuba, dann kam sie mit vielen Immigranten nach New York. Dort am Broadway feierte man den Cha-Cha-Cha als Tanz des Jahrzehntes und seine Bewegungen lösten in New York und später auch in Paris und London wahre Extase aus. Dann wurde der Tanz von Choreographen systematisch katalogisiert und gehört seit Beginn der sechziger Jahre zum Welttanzprogramm. In den letzten Jahren hat der Cha- Cha-Cha nicht an seiner Beliebtheit verloren, mehr noch wurde er durch die jüngste Salsawelle belebt und erfreut sich neuem Andrang durch jung und alt.

Stil:

Der Cha-Cha-Cha ist neben der Rumba ein weiterer kubanischer Turniertanz, der sich aber mehr durch seinen Ausdruck als durch seine Choreographie von seiner weitaus älteren Schwester unterscheidet. Der Cha-Cha-Cha ist ein rhythmisch- dynamischer Tanz, der sich in vielen, kleinen kraftvollen Schritten äußert. Wie bei anderen Lateintänzen gibt es hier einen Wechsel zwischen Ruhe und Bewegung, dieser ist jedoch weit weniger dramatisch als in der Rumba. Der Cha-Cha-Cha lebt durch seine Hüftbewegung, seine lebhaften Armaktionen, seine schnellen Körperdrehungen und verspielten Posen, die sich alle in einer vielseitigen und umfangreichen Choreografie wiederfinden. Die Anfängerfolgen sind dabei weitgehend mit denen der Rumba deckungsgleich, aber je weiter man den Cha-Cha-Cha beherrschen lernt, desto mehr eigenständige Elemente gibt es, die sich deutlich von der Rumba unterscheiden. Ein häufiges Element des Tanzes ist der Fan, eine Figur, bei der die Dame zuerst die linke Seite des Herrn ansteuert und dann entlang seines ausgestreckten Armes tanzt, um wieder auf ihn zuzukommen. Ein sehr verbreitetes Element sind die New York Promenaden, die in verschiedensten Kombinationen getanzt werden können, häufig in Begleitung mit Ronde-chassés oder Dreischrittdrehungen. Der Cha-Cha-Cha ist etwas spektakulärer als die Rumba und hat ein sehr großes Arsenal an Trickfiguren.

Interpretation:

Der Cha-Cha-Cha äußert sich in seiner Dramaturgie als ein verspielter Paartanz, welche Elemente des Flirts und des Spiels der Geschlechter in sich vereint. Die Dame versucht mit kokettierenden Bewegungen, die Aufmerksamkeit des Mannes zu erhaschen und ihn dann mit ihren Reizen zu fangen, er spielt mal nicht mit, und mal zeigt er Interesse. Also beinahe wie im richtigen Leben. Dabei wird alles weniger ernst als in der Rumba. Es stehen Unverbindlichkeit, Abenteuer und der Moment im Vordergrund, weniger schicksalhafte Liebe oder andere schwere Hintergründe.

Technik:

Die Technik des Cha-Cha-Chas ist wie bei allen Gesellschaftstänzen sehr vielseitig und anspruchsvoll, allerdings kann man sagen, dass dieser Tanz unter den lateinamerikanischen Tänzen eher zur einfacheren Sorte gehört. Es gibt verschiedene Ansätze der Technik und verschiedene Stile. Die Fußtechnik, die bei allen kubanischen Tänzen sehr einfach ist, macht beim Cha-Cha-Cha keine Ausnahme. Jeder Schritt wird zunächst auf dem vorderen Teil des Fußes belastet, danach wird die Ferse abgesenkt, und als letztes das volle Gewicht übertragen. Diese besondere Aktion kreiert die Latin hip, die typische Hüftbewegung. Diese Grundbewegung muss bei allen Figuren beibehalten werden.
Bei der Armtechnik gibt es verschiedene Grundansätze. Manche beschreiben die Arme eher weich wie in der Rumba, andere benutzen sie sehr lebhaft und rudern geradezu mit den Armen. Den Armen kommt im Cha-Cha-Cha eine besondere Bedeutung zu. Sie werden als ein vielseitiges Stilmittel eingesetzt. Besonderes lässt sich noch über den Einsatz der Arme in der Figur New York sagen. Es gibt manche Tanzpaare die tanzen diesen Promenadenschritt mit nach oben gerichteten Armen, wieder andere tanzen diese Arme eher flach und nach hinten. Man sieht, dass die Armtechnik sehr geschmacksbedingt ist.
Die Haltung im Cha-Cha-Cha entspricht der typischen Lateinhaltung. Das Paar steht mit einigem Abstand voneinander entfernt, so dass Raum für Figuren bleibt. Entweder man befindet sich nun in normaler Tanzhaltung, oder man hat die linke/rechte Hand gefasst oder man steht völlig frei. Grundsätzlich steht man aufrecht und gerade, aber nicht gestreckt.

 

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