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Die Rumba

Takt: 4/4 - Tempo: 28 TpM

Geschichte:

Die Rumba gehört mit all ihren Wurzeln zu einer sehr ursprünglichen Tanzform, die sich einerseits bis in Urzeiten Schwarzafrikas und andererseits auf sehr traditionelle iberische Musik verfolgen lässt. Die Rumba in ihrer heutigen Form entstand zunächst auf Kuba, wo sich die schwarzafrikanischen Elemente mit den Europäischen verbanden. Dieser bunte Tanzmix kam um 1923 zuerst nach New York und dann nach Europa. Das konservative Europa zeigte sich jedoch nicht wirklich aufgeschlossen gegenüber diesen neuen Bewegungen und man wusste auch nicht richtig etwas mit den neuen Hüftaktionen anzufangen. Als erste Hybridform entstand der rumba- Foxtrott eine sehr urtümliche Version, bei der man die schritte des Foxtrotts zur Rumbamusik tanzte und dabei eine starke Hüftaktion performte. Diese Form konnte sich nicht durchsetzen und wurde schnell wieder verworfen. Englische Choreografen legten dann zunächst ein Rumbasystem fest, bei der die Rumba im Karrée getanzt wurde, ähnlich den Schritten des Walzers. gleichzeitig versuchte man in Frankreich eine ursprüngliche Version der kubanischen Rumba zu etablieren. Nach dem Krieg entbrannten heftige Diskussionen darum, welcher der beiden Stile man nun verwenden sollte. Obwohl der kubanische Stil dem des Cha-Cha-Chas sehr ähnlich war, setzte sich dieser durch und wurde in Europa zum führenden Stil. Dennoch gibt es auch in Deutschland, vor allem aber in den USA noch viele Tanzschulen, die Karrée-Rumba unterrichten. die Rumba ist heute einer der beliebtesten Paartänze und wird besonders wegen ihrer gefühlvollen Stimmung und wegen ihrer abwechslungsreichen Choreografie geschätzt.

Stil:

Entgegen vielerlei Meinungen ist die Rumba kein langsamer Tanz, sondern mehr ein Tanz, in dem die Pause eine besondere Rolle spielt. Mehr als in anderen Tänzen dominiert der Wechsel zwischen schneller Bewegung und langsamer, zärtlicher Pose. Die Rumba lebt sehr durch seine Pause, die in vielerlei weise benutzt wird. Die Bewegungen an sich sind sehr fließend und weich und von starker Hüftbewegung untermalt. Das häufigste Element der Rumba ist der Fan, eine Bewegung, wo die Dame den Herrn an seiner linken Seite passiert und entlang seines linken Armes tanzt. Dabei geht die Dame in eine gewisse Distanz, kehrt aber durch weitere Figuren wieder zu ihm zurück. dieser Wechsel zwischen Nähe und Distanz ist ein Motiv, welches sich sehr häufig in der Rumba finden lässt. Es ist ein klassischer choreographischer Bestandteil. Die Rumba ist ein zärtlicher Tanz, ebenso finden sich in professionellen Choreografien Elemente wie der "Caress", zärtliches berühren von Gesicht und Oberkörper sind dabei keine Seltenheit. Wenn dann die Dame schnell wieder auf Distanz geht spricht man vom "Tease and Run"- Prinzip, welches beinahe jedes Tanzpaar beherrschen sollte. Die Figurenauswahl der Rumba ist vielfältig und sehr ausgedehnt. Es gibt eine Reihe von klassischen Figuren, eine sehr große Vielzahl von bekannteren choreographischen Elementen und eine ebenfalls sehr große Varianz an weniger bekannten, individuellen Elementen, welche häufig zum Einsatz kommen

Interpretation:

Die Rumba wird häufig als der Tanz der Liebe bezeichnet. Diese Bezeichnung ist unserer Meinung nach falsch und unvollständig. Vielmehr ist die Rumba ein Tanz wo viele Aspekte der Liebe an sich zur Geltung kommen. Der Tanz verarbeitet sowohl als auch Elemente der Eifersucht, der romantischen Paarbeziehung und der Abscheu. Grundsätzlich gilt: Während der Cha-Cha-Cha ein aufreißender Flirt ist, geht es in der Rumba zur Sache, die Dame versucht den Herrn mit ihren körperlichen Reizen zu verführen und zu beherrschen, der Herr schwankt zwischen Hingabe und Desinteresse. Diese getanzte Geschichte findet sich sehr häufig wieder und macht den Tanz zu einem stillen, gefühlvollen Drama

Technik:

Kurz gesagt, über die technisches Essentiale der Rumba lassen sich wahre Bücher schreiben. Es gibt eine Vielzahl an Anweisungen und Stilnormen, die nötig sind, um den Tanz richtig zu verkörpern. Genauso wichtig ist aber auch ein eigener Stil, den man leider nicht in Worte und Notationen fassen kann. Daher beziehen diese Angaben sich auf das, was wir selbst gelernt haben, und vielleicht nicht unbedingt auf das, was ihre Trainer ihnen sagen.
Die Fußtechnik der Rumba ist wie bei allen kubanischen Tänzen vergleichsweise einfach. Man kann sagen, dass es überhaupt keine Fersenschritte gibt. Selbes gilt für das abziehen der Fersen. Selbst bei kleinen Achsendrehungen, wie es sie in der Rumba vereinzelt gibt, wird immer auf die Ferse verzichtet. Jeder Schritt wird von den Zehen her abgesetzt, dass heißt es wird zuerst der vorderer Teil des Fußes belastet, dann wird der Ballen abgesenkt, und dann zuletzt die Ferse auf den boden gesetzt. Das Gewicht muss dann immer voll auf das belastete Bein übertragen werden, weil es sonst nicht die erwünschte Hüftbewegung gibt. Grundsätzlich wird auch mit viel Druck in den Boden getanzt, was die Hüftbewegung unterstützt.
Die Armtechnik bei der Rumba ist sehr vielseitig, und nicht so sehr bestimmt wie die Fußtechnik. Bei Gesellschaftstänzern wird meist darauf verzichtet, die Arme choreografisch einzusetzen, da dies ein gewisses Feingefühl verlangt. Deshalb sollen die freien Arme stets eine abfallende Linie von der Schulter aus gesehen einnehmen. Bei Fortgeschrittenen Paaren bemüht man sich, eine "Rumba-Wave" als vorherrschende Armbewegung einzusetzen. Dabei wird der Arm in einer Wellenbewegung vom Körper weg nach außen bewegt. Dabei gibt es aber verschiedene Stilrichtungen, die zum Teil auch vermischt werden.
Wie bei allen lateinamerikanischen Tänzen ist die Haltung sehr wichtig. Meist steht man in einer offenen Haltung und hat einen der beiden Arme gefasst, oder man steht völlig frei. Grundsätzlich gilt, dass man aufrecht und gerade steht. Nicht so sehr gestreckt, wie dies bei den Standardtänzen der Fall ist, aber durchaus erhaben. Das Körpergewicht muss in der Mitte gehalten werden.

 

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