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Die Samba

<Takt: 2/4 - Tempo: 54 TpM

Geschichte:

Die Samba entstand in der heutigen Form im Süden Brasiliens und im Norden Uruguays aus der Maxixe, einer Tanzart, die auch häufig fälschlicherweise mangels passender Begriffsdefinition als "brasilianischer Tango" bezeichnet wurde. Diese Maxixe fand ihren Weg in den 20er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts auch ihren Weg nach Europa, wo sie allerdings nur in Paris und Madrid Beachtung fand, während Berlin und andere wichtige Kulturstädte davon nicht berührt wurden. Maxixe wurde in Europa vergessen und wurde bald darauf auch in Brasilien in die heutige Samba modifiziert. Diese "Samba Brasileira" kam dann nach dem zweiten Weltkrieg zurück nach Europa und wusste durchaus zu begeistern. Dann wurden von Tänzern aus ganz Europa die alten Schritte modifiziert und auf einen geeinten Standard gebracht, welcher dann allerdings mit der alten Samba nicht viel zu tun hatte. Seit den fünfziger Jahren gilt Samba als einer der klassischen latein- Turniertänze und wird seitdem auf Turnieren immer als zweites getanzt. Die musikalischen Wurzeln der Samba sowie die Grundstrukturen des Tanzes kommen aber weder aus Brasilien noch aus Europa, sondern stammen aus Afrika. Dieses Kulturgut, wurde wie in ähnlicher weise woanders auch, von afrikanischen Sklaven nach Brasilien gebracht, wo es sich im Laufe von sehr vielen Jahren verfeinerte.

Stil:

Die Samba ist ein klassischer Lateintanz, der aber in seiner Grundstruktur nicht mit den kubanischen Tänzen verwandt ist, sondern er bildet zusammen mit einigen anderen Tänzen die Basis der afrobrasilianischen Tänze, deren mit Abstand bedeutendste Vertreterin die Samba ist. Samba ist ein Tanz der sich in purer, rhythmischer Dynamik äußert, nicht so überschwänglich wie der Jive, dennoch keinesfalls traurig, sondern zufrieden-lebensfroh. Die Samba ist ein raumgreifender Lateintanz, der sich in schnellen Drehungen, Wickelaktionen, Swivels und Rollen äußert, und damit ein sehr uniques Erscheinungsbild aufweisen kann. Samba ist ein Tanz, der über wenig Figuren im eigentlichen Sinne verfügt, stattdessen kommen immer wieder die selben Grundfiguren zum Einsatz, lediglich verschieden durch eine andere Tanzhaltung oder versehen mit neuen Fuss- Arm oder anderen Isolationstechniken. Besonders wichtig für die Samba sind die Figuren Bota Fogo und Volta, die immer wieder in verschiedenster Manier auftreten, sowie die Linksdrehung, die später meist in eine Linksrolle erweitert wird, ferner spielt die mit der Volta verwandte Spot Volta eine sehr große Rolle. Zusätzlich gibt es einige importierte Bewegungen und stammeigentliche Schritte, die häufig in obiges System eingebettet werden. Besonders häufig kann man in der Samba auf folgende Eigenarten treffen: In keinem anderen Lateintanz werden so häufig Figuren Seite an Seite oder in Schattenposition getanzt wie hier. Ein anspruchsvoller Choreograph ist aber in der Lage, diese Bewegungen nicht zu einseitig zu betonen.

Interpretation:

Die Samba ist ein schneller Lateintanz, der eine Vielzahl an typischen afrobrasilianischen Urelementen verkörpert. Dabei ist die Samba mehr an traditionelle Urfeste gebunden, bei denen man versuchte durch starkes rütteln im Körper böse ansässige Geister loszuwerden. Heute tanzt man Samba aber nur noch aus purer Lebensfreude.

Technik:

Die Samba gilt eigentlich nicht wirklich als technisch anspruchsvoller Tanz, sondern er ist recht einfach. Dennoch gibt es einige Sachen, die man nicht vernachlässigen darf, um den Charakter des Tanzes nicht zu gefährden.
Jeder Schritt der Samba, von sehr wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, wird zunächst auf dem vorderen Teil des Fußes abgesetzt, und danach durchbelastet. So was wird im allgemeinen auch als Ba-Fe-Technik bezeichnet (Ballen- Ferse- Technik). Alle Schritte werden mit Gewicht in den Boden getanzt. Die Knie werden flexibel gehalten, und sollen diese Bewegung unterstützen. Fersenschritte gibt es nur bei einigen wenigen Stilfiguren. In den allermeisten Fällen wird auf Fersenschritte verzichtet, dies gilt ebenfalls für schnelle Achsendrehungen oder Seitwärtsbewegungen. Die bekannte Hüftaktion wird meist durch die Schritte selbst hervorgerufen, also durch die Gewichtsverlagerungen.
Die Armtechnik der Samba ist der, der kubanischen Tänze ähnlich, die Arme werden entweder frei oder eng am Körper gehalten, meist aber deutlich erhoben. Arme sind ein sehr wichtiges Stilmittel des Tanzes und kommen daher häufiger als in allen anderen Tänzen zum Einsatz.

 

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